favicon_B

7 Antworten auf 17 Fragen

Catharina Türling

In dieser Serie antworten in Zukunft regelmäßig Menschen, die in Patchwork-Familien leben, auf 7 Fragen, die sie sich aus insgesamt 17 Fragen* auswählen können.

Den Start macht heute Catharina und ich freue mich sehr darüber!
Ich kenne sie und ihre Familie seit gut zwei Jahren und durfte mit allen zusammen im Sommer 2018 ein rauschendes Hochzeitsfest feiern.

 

Liebe Catharina,

1. Mit wem lebst Du seit wann, wo und wie oft zusammen?

Ich lebe in Hamburg, seit 2016 mit meinem Mann zusammen.
Ich habe vier Kinder – davon haben 2016 drei bei uns gelebt, eines meiner Kinder war zu diesem Zeitpunkt im Ausland.
Die Kinder meines Mannes waren zu dem Zeitpunkt nur jedes zweite Wochenende bei uns. Den Rest der Zeit waren sie bei ihrer Mutter.
Seit 2017 leben die beiden Kinder meines Mannes (vor Gericht erkämpft) im Wechselmodell. 50% der Zeit bei uns und 50% der Zeit bei ihrer Mutter.
Seit einem Jahr (August 2018) lebt ein Kind meines Mannes bei uns und sieht die Mutter unregelmäßig; seit September 2019 lebt auch das zweite Kind meines Mannes bei uns und sieht die Mutter nur sehr unregelmäßig.

2. Wie läuft die Kommunikation mit der Ex Deines Mannes?

Die Kommunikation zwischen meinem Mann und seiner Ex ist rein sachlich. Bei den Themen geht es nur um „Kinderthemen“. Gelegentlich kommen jedoch die Emotionen bei bestimmten Themen hoch und die beiden fighten in E-Mails.

3. Was hast Du durch das Leben in Deiner Patchworkfamilie gelernt?

Ich habe sehr viel über mich, meinen Mann und alle Kinder gelernt.
Um in der Patchworkfamilie zu leben, mussten wir uns richtig und wirklich kennenlernen. Wir mussten uns erst einmal öffnen für Gespräche und für ehrliche Gefühle. Ich habe gelernt, dass Verstehen hilft, nicht zu werten und, dass Patchwork auch bedeutet, dass zwei unterschiedliche Familienkulturen aufeinandertreffen.
Außerdem konnte ich alle Erkenntnisse in mein berufliches und privates Umfeld mitnehmen und anwenden.

4. Wie feiert ihr Weihnachten?

Meine vier Kinder sind immer da – auch Weihnachten.
Die beiden Kinder von meinem Mann sind in der Regel Weihnachten immer abwechselnd – in einem Jahr bei uns und im Folgejahr dann bei der leiblichen Mutter.

5. Unterscheiden sich bei euch die Erziehungs- bzw. Beziehungsstile?

Mit der Zeit nicht mehr. Wir haben in vielen Gesprächen und auch Versuchen, einen gemeinsamen Erziehungsstil entwickelt, mit dem wir beide zufrieden sind. Allerdings hat das zwei Jahre gedauert.
Die Beziehungen, die wir zu jedem Kind haben, sind allerdings unterschiedlich.
Mir fällt es sehr viel leichter, Beziehung zu jedem einzelnen aufzubauen und auch zu pflegen.

6. Meine Kinder, Deine Kinder unsere Kinder. Wie fühlen sich die Beziehungen zu euren Kindern für Dich an?

Ich habe eine gute Beziehung zu meinen eigenen Kindern.
Zu den beiden Kindern meines Mannes habe ich auch eine sehr gute Beziehung.
Ich habe alle beide als Teil meines Lebens angenommen und interessiere mich einfach für sie. Sie „ticken“ manchmal so anders als meine Kinder – das ist so interessant.
Es fühlt sich gut an, so viele unterschiedliche Beziehungen zu haben.

7. Warum glaubst Du gelingt euch das Zusammenleben? Was ist euer Geheimnis?

Unsere Beziehung ist absolut stabil, wir lieben uns und sehen auch die Zukunft –  also die Zeit, die kommt, wenn alle Kinder aus dem Haus sind.
Wir reden sehr viel miteinander, erklären unsere Gefühle und Launen und wissen mittlerweile auch, dass „eine Nacht darüber schlafen“ manchmal hilft, Probleme und Situationen nicht mehr so schlimm oder dramatisch zu sehen.

 

Vielen Dank an Dich Catharina für Deine offenen Antworten und alles Gute für Dich und Deine Lieben!

Claudia

 

Catharina schreibt in ihrem Hamburger Blog likefamily.de  für Familien – egal ob
Patchworkfamilie, Ursprungsfamilie oder Alleinerziehende. Schaut doch mal rein!

 

 

 

*Für alle Neugierigen sind hier alle 17 Fragen abgedruckt:

  1. Mit wem lebst Du seit wann, wo und wie oft zusammen?
  2. Welches Betreuungsmodell lebt ihr?
  3. Wie läuft die Kommunikation mit Deinem ExPartner*in oder wahlweise mit dem Ex Deiner neuen Partner*in?
  4. Was ist für Dich die größte Herausforderung im Leben mit Deiner Patchworfamilie? Und was hilft Dir dabei?
  5. Was hast Du durch das Leben in Deiner Patchworkfamilie gelernt?
  6. Stell Dir vor Deine beste Freund*in ist im Begriff eine Patchworkfamilie zu Gründen. Welchen Tipp würdest Du ihr oder ihm mit auf den Weg geben?
  7. Wähle: Erzähle Dein schönstes/schlimmstes Patchworkfamilienerlebnis.
  8. Wie feiert ihr Weihnachten?
  9. Wie sieht eure Wohnung aus? (Hat zum Beispiel jedes eurer Kinder ein eigenes Zimmer, wenn es bei euch ist?)
  10. Wer kauft bei euch die Geburtstagsgeschenke und backt die Torte für die Kinder?
  11. Unterscheiden sich bei euch die Erziehungs- bzw. Beziehungsstile?
  12. Meine Kinder, Deine Kinder unsere Kinder. Wie fühlen sich die Beziehungen zu euren Kindern für Dich an?
  13. Jede Position in einer Patchworkfamilie hat ihre Besonderheiten und Herausforderungen. Welches sind Deine? (Z.B. „Ich fühle mich immer „zwischen den Stühlen“. Ich habe das Gefühl es entweder meiner Ex, meinen Kindern oder meiner Partnerin rechtmachen zu müssen…“ oder „Ich bin zuständig für….. aber wirklich mitbestimmen darf ich nicht.“ Etc.)
  14. Warum glaubst Du gelingt euch das Zusammenleben? Was ist euer Geheimnis?
  15. Warum seid ihr gescheitert? Was lief schief bzw. welche Herausforderungen waren zu groß?
  16. Wie lange hat es gedauert, bis es sich für Dich nach „einer Familie“ angefühlt hat?
  17. Wie viele Großeltern haben Deine Kinder und machen sie einen Unterschied zwischen ihren Enkeln und ihren Beutenenkeln?
Share